Bayerischer Energiepreis 2016

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Gebäude als Energiesystem / Gebäudekonzept

Kategorie 2

Energieerzeugung – Strom, Wärme

Kategorie 3:

Energieverteilung und -speicherung – Strom, Wärme

Kategorie 4

Energieeffizienz in industriellen Prozessen und Produktion

Kategorie 5

Produkte und Anwendungen

Kategorie 6

Kommunale Energiekonzepte

Kategorie 7

Initiativen / Bildungsprojekte

Kategorie 8

Energieforschung

Bayern Innovativ

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Die Preisträger des Bayerischen Energiepreises 2016 (Bildnachweis: Matthias Merz/Bayern Innovativ GmbH)

Hauptpreisträger

Clariant, Planegg

Das sunliquid®-Verfahren zur Herstellung von klimafreundlichem und nachhaltigem Zellulose-Ethanol aus Agrarreststoffen

Hauptpreis: Staatssekretär Franz Josef Pschierer (re.) mit Dr. Markus Rarbach, Clariant

Clariant hat das wegweisende sunliquid®-Verfahren zur Umwandlung von Agrarreststoffen wie z.B. Stroh in Zellulose-Ethanol, einen Biokraftstoff der 2. Generation, bis zur Marktreife entwickelt. Dabei erreicht dieses vollständig integrierte, biotechnologische Verfahren, das auf lokalen nachwachsenden Rohstoffen basiert, eine CO2-Einsparung von bis zu 95 % verglichen mit fossilem Benzin. Zudem steht das produzierte Zellulose-Ethanol nicht in Konkurrenz zur Nahrungs- oder Futtermittelproduktion (Tank-oder-Teller Debatte) und benötigt keine zusätzlichen land-wirtschaflichen Anbauflächen.

Clariant, Mercedes-Benz und Haltermann haben 2014 erstmals in Deutschland die Anwendung Zellulose-Ethanol in einem Flottentest mit Mercedes-Benz Serienfahrzeugen getestet (vgl. Abb. 2). Das sunliquid20, ein nachhaltiger und fortschrittlicher Biokraftstoff mit einem Zellulose-Ethanol Anteil von 20 %, bewies im Test ideale Verbrennungs-eigenschaften mit sehr gutem Wirkungsgrad. Zudem ist eine Verbesserung der Partikelzahlemissionen um rund 50 % von sunliquid20 gegenüber dem EU Referenzkraftstoff EU5 gelungen.

Vorkommerzielle sunliquid®-Anlage in Straubing (Copyright: Clariant/Foto: Roetzer)

Der Haupt-Forschungsstandort für die Entwicklung des sunliquid®-Verfahrens, das Clariant Biotech Center, ist in Planegg bei Münchenangesiedelt. Zudem betreibt Clariant seit Juli 2012 in Straubing eine der ersten und größten vorkommerziellen Anlagen zur Herstellung von Zellulose-Ethanol (vgl. Abb. 1). In dieser Anlage können mithilfe des sunliquid®-Verfahrens jährlich bis zu 4.500 Tonnen landwirtschaftliche Reststoffe in rund 1.000 Tonnen Zellulose-Ethanol umgewandelt werden.

Unternehmensporträt

Clariant ist ein weltweit führendes Unternehmen für Spezialchemikalien mit Sitz in Muttenz bei Basel in der Schweiz. Am 31. Dezember 2015 beschäftigte das Unternehmen insgesamt 17’213 Mitarbeitende. Im Geschäftsjahr 2015 erzielte Clariant mit seinen fortgeführten Aktivitäten einen Umsatz von CHF 5,807 Mrd. Das Unternehmen berichtet in vier Geschäftsbereichen: Care Chemicals, Catalysis, Natural Resources und Plastics & Coatings. Die Unternehmensstrategie von Clariant beruht auf fünf Säulen: Steigerung der Rentabilität, Neupositionierung des Portfolios, Mehrwert durch Nachhaltigkeit, Förderung von Innovation und F+E sowie Intensivierung des Wachstums.

Presseinformation

Gebäude als Energiesystem / Gebäudekonzept

Landkreis Augsburg u. ARGE Diedorf

Neubau Schmuttertal-Gymnasium Diedorf – lernen in energieeffizienter pädagogischer Architektur

Staatssekretär Franz Josef Pschierer überreicht den Bayerischen Energiepreis 2016 in der Kategorie Gebäude als Energiesystem / Gebäudekonzept an Claudia Geußing (links) von der Hermann Kaufmann Architekten ZT GmbH, Frank Schwindling (2. v. l.) vom Landkreis Augsburg und Prof. Florian Nagler (2. v. r.) von Florian Nagler Architekten

„Der Holzbau fordert vom Architekten genau dasselbe wie die moderne Pädagogik - neben Intuition und Kreativität, konstruktives Denken und interdisziplinäres Handeln“ (Hermann Kaufmann).

Das Schmuttertal-Gymnasium in Diedorf ist Bestandteil eines Konzeptes, den Landkreis Augsburg gezielt zu einem Bildungslandkreis auszubauen. Die Schule hat dabei Modellcharakter und erreicht die Ziele der Nachhaltigkeit und Pädagogik mit den ureigenen Mitteln der Architektur: Vielfältig zu nutzende Räume bieten Platz für selbständiges Lernen, die klare Struktur des Holzbaus erlaubt es, auch in Zukunft auf neue pädagogische Konzepte zu reagieren. Um die Behaglichkeit zu steigern, wurden die Oberflächen der Räume in einem aufwändigen Prozess entwickelt. Als Plusenergiehaus erzeugt das Gymnasium mehr Energie als sein Betrieb benötigt.

Foto: Stefan Müller-Naumann
Foto: Stefan Müller-Naumann

Lernlandschaften bilden das didaktische Grundgerüst, in dem die Jugendlichen das Lernen selbst erlernen. Damit erwerben sie Methoden, sich Wissen anzueignen und aktiv am Unterricht teilzunehmen. Die Teilhabe begann schon bei der Planung: In einem partizipativen Prozess haben die Lernenden und Lehrenden die Gestalt ihrer Schule mitbestimmt.

Um diese hochgesteckten Ziele zu erreichen, stehen Architektur und Technik im Einklang: Die Grundlage dafür bildet die integrale Planung, die räumliche, statische und technische Aspekte unter ein Dach bringt. Wie diese Faktoren am Gymnasium zusammenspielen, untersucht die Deutsche Bundesstiftung Umwelt als Forschungsprojekt – damit das Modell „Diedorf“ auch für andere Schulen nutzbar gemacht werden kann.

Baubeginn: 09/2013
Fertigstellung: 09/2015
BGF: 16.046 m²
BRI: 81.390 m³

Bauherr:

Landkreis Augsburg, vertreten durch Landrat
Martin Sailer
Prinzregentenplatz 4
86150 Augsburg

Der Landkreis Augsburg

Im Augsburger Land wird an der Zukunft gebaut. Hier verbinden sich Spitzentechnologie und
handwerkliches Können, Forschung und Entwicklung mit industrieller Fertigung. Der Landkreis
Augsburg hat sich zum wirtschaftlichen Schrittmacher und Innovationsmotor im drittgrößten
bayerischen Wirtschaftsraum entwickelt. Durch konsequente Investitionen in den Ausbau von
Bildungslandschaft und Infrastruktur konnte hier eine Kulturregion entstehen, die ihre
Eigenständigkeit trotz der Nähe zur großstädtischen Kulturszene behauptet.

Architekten:
Hermann Kaufmann ZT GmbH & Florian Nagler Architekten GmbH
ARGE „Diedorf“, München


Florian Nagler Architekten GmbH
Theodor-Storm-Str. 16, 81245 München
Fon  089 / 820 051 - 0
Fax  089 / 839 287 - 43
info(at)nagler-architekten.de
www.nagler-architekten.de
Bürogründung: 1997
Geschäftsführung: Barbara Nagler, Florian Nagler 15 Angestellte, 2 Freie Mitarbeiter, 4 Praktikanten
Architekten Hermann Kaufmann ZT GmbH Sportplatzweg 5, A-6858 Schwarzach
Fon + 43 (0)5572 58174
Fax +43 (0)5572 58174-66
office(at)hermann-kaufmann.at
www.hermann-kaufmann.at

Firmengründung: 1983 Einzelunternehmen, 2002 ZT GmbH
Geschäftsführung: DI Hermann Kaufmann
Mitarbeiter: 22
Geschäftsbereiche: Architekturplanung, örtliche Bauaufsicht, Baustellenkoordination Spezialisierung Holzbau

Energieerzeugung - Strom, Wärme

Continental, Nürnberg

Energieeffiziente Kälteerzeugung mit Kraft-Wärme-Kopplung und Freikühlung

Staatssekretär Franz Josef Pschierer überreicht den Bayerischen Energiepreis 2016 in der Kategorie Energieerzeugung – Strom, Wärme an Rainer Pühl von der Conti Temic microelectronic GmbH
  • Neues Blockheizkraftwerk erzielt Einsparungen, die dem Energiebedarf von rund 350 Haushalten entsprechen
  • Fränkischer Standort des internationalen Technologieunternehmens produziert Hightech-Steuereinheiten für Getriebe und für Hybrid- und Elektroantriebe

Continental in Nürnberg ist mit dem Bayerischen Energiepreis 2016 in der Kategorie „Energieeffizienz in industriellen Prozessen und Produktion“ prämiert worden. Der Standort des internationalen Technologieunternehmens hat mehr als zwei Millionen Euro in ein neues Blockheizkraftwerk investiert, das 2015 in Betrieb gegangen ist und pro Jahr eine Energiemenge einspart, die dem Bedarf von rund 350 Haushalten entspricht. Bei der Preisverleihung in Nürnberg übergab Franz Josef Pschierer, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, die Auszeichnung jetzt an Rainer Pühl, den Leiter des Continental-Standorts.

„Neben dem wirtschaftlichen Wachstum ist die Steigerung der Energieeffizienz für uns seit Jahren ein zentrales Anliegen. Es ist uns gelungen, den Energieverbrauch in Relation zur Wertschöpfung deutlich zu reduzieren“, so Pühl. Der Standort, dessen Belegschaft seit 2012 um 500 auf jetzt 2.500 Mitarbeiter gewachsen ist, ist Hauptsitz der Continental-Geschäftsbereiche Transmission und Hybrid Electric Vehicle. Gefertigt werden hier unter anderem Getriebesteuerungen und Leistungselektroniken für Hybrid- oder Elektrofahrzeuge.

Blockheizkraftwerk (Motor) (Bildnachweis: Continental)
Absorptions-Kältemaschine (Bildnachweis: Continental)
Neues Blockheizkraftwerk erzielt Einsparungen, die dem Energiebedarf von rund 350 Haushalten entsprechen (Bildnachweis: Continental)

Die Produktion dieser elektronischen Systeme erfolgt in Reinräumen, in denen die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit konstant gehalten werden müssen. Darüber hinaus wird ganzjährig Prozesswärme und -kälte für die Produktionsanlagen benötigt. Vor allem die Kälteerzeugung ist energetisch sehr aufwändig. Daher wurde an dem Standort bereits 2011 eine Freikühlanlage installiert, die bei niedrigen Außentemperaturen viel Energie einspart. Die Effizienz dieses Systems wurde durch das hochmoderne Blockheizkraftwerk mit Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung noch deutlich gesteigert. Die Anlage wird mit Erdgas betrieben und liefert neben Wärme und Kälte auch 1,3 Megawatt elektrische Leistung, die den Strombedarf des Standorts zu rund einem Drittel deckt.

Presseinformation

Energieverteilung und Speicherung - Strom, Wärme

Caterva, Pullach - N-ERGIE, Nürnberg

SWARM - der weltweit erste Verbund von Haushaltspeichern, der Regelleistung liefert

Staatssekretär Franz Josef Pschierer überreicht den Bayerischen Energiepreis 2016 in der Kategorie: Energieverteilung und –speicherung – Strom, Wärme an Markus Brehler (links) von der Caterva GmbH und Rainer Kleedörfer (Mitte) von der N-ERGIE AG

In dem vom Freistaat Bayern geförderten Gemeinschaftsprojekt SWARM haben Erfinder Caterva GmbH und das Energieunternehmen N-ERGIE insgesamt 65 privat genutzte Solarstromspeicher „Caterva-Sonne“ im Netzgebiet der N-ERGIE installiert. Hauptkomponenten der Stromspeicher sind langlebige Lithium-Ionen-Akkus, Leistungselektronik vom Systempartner Siemens und eine intelligente Steuerung. Mit den Speichern können Haushalte ihren überschüssigen, selbst erzeugten Sonnenstrom speichern und zeitunabhängig nutzen. Gleichzeitig sind die Speicher in der Lage, im Verbund das Stromnetz zu stabilisieren. „Maßgeblich für die Netzstabilisierung ist das Caterva-Energiemanagement. Es erfasst die Ladezustände aller Speicher, organisiert sie und führt sie zum virtuellen Großspeicher zusammen“, erläutert Markus Brehler, Geschäftsführer von Caterva.

Im Projekt SWARM sind die in Eigenheimen aufgestellten 65 PV-Stromspeicher „Caterva-Sonne“ zu einem Verbund zusammengeschaltet, der Regelleistung zum Stabilisieren des Stromnetzes bereitstellt. Gleichzeitig können die Haushalte dank der Speicher erheblich mehr von ihrem selbst erzeugten PV-Strom für sich nutzen. (Bildnachweis: Caterva GmbH)
Hauptkomponenten der Stromspeicher Caterva-Sonne im Projekt SWARM sind die Lithium-Ionen-Akku-Module (linke Geräteseite) und die Leistungselektronik sowie die Kommunikations- und Steuerungstechnik (rechte Seite). (Bildnachweis: Caterva GmbH)

Der Speicherverbund wurde im Sommer 2015 durch den Übertragungsnetzbetreiber TenneT TSO GmbH für die Erbringung von Primärregelleistung präqualifiziert und trägt seitdem erfolgreich dazu bei, Differenzen zwischen Stromerzeugung und Stromverbrauch auszugleichen. Primärregelleistung ist die anspruchsvollste Art der Netzstabilisierung, denn sie muss extrem schnell – innerhalb von spätestens 30 Sekunden – bereitstehen. „Der virtuelle Großspeicher symbolisiert einen intelligenten, dezentralen Lösungsansatz und leistet somit einen wertvollen Beitrag zur Energiewende“, sagt Josef Hasler, der Vorstandsvorsitzende der N-ERGIE.

Über die Caterva GmbH

Die Caterva GmbH mit Sitz in Pullach im Isartal wurde im Jahr 2013 gegründet und bietet mit der „Caterva-Sonne“ die optimale Kombination aus Eigenstromlösung und Vernetzung: Caterva-Sonnen versorgen den Privatkunden zu 100 % mit dem Strom seiner PV-Anlage. Die Vernetzung der Caterva-Sonnen ergibt einen virtuellen Großspeicher. Durch dessen Bewirtschaftung werden Zusatzerlöse im Stromhandel bzw. durch die Stabilisierung des Stromnetzes erzielt, die Endkunden und Partnern der Caterva zugutekommen. Das Caterva-System umfasst neben den Caterva-Sonnen das selbst entwickelte Caterva-Energiemanagement für virtuelle Großspeicher und die Caterva-App, mit der sich Endkunden über Status und Effizienz ihrer Caterva-Sonne informieren können.
Das Konzept des multifunktionalen, netzstabilisierenden Solarstromspeichers basiert auf einer Entwicklung der Siemens Novel Businesses GmbH (SNB). SNB hat Caterva bei der Gründung unterstützt und ist Minderheitsgesellschafter. Hauptgesellschafter sind Caterva-Geschäftsführer Markus Brehler, die kaufmännische Leiterin Gabriele Ellenrieder und der Technische Leiter Dr. Roland Gersch.

Über die N-ERGIE Aktiengesellschaft

Die N-ERGIE Aktiengesellschaft, Nürnberg, zählt zu den zehn größten deutschen Stromanbietern. Mit Strom, Erdgas, Wasser, Fernwärme und Energie-Dienstleistungen setzten die rund 2.600 Beschäftigten 2015 im N-ERGIE Konzern fast 2,9 Mrd. Euro um. Die Netzregion der N-ERGIE erstreckt sich auf einer Fläche von 8.400 Quadratkilometern über große Teile Mittelfrankens sowie angrenzende Gebiete. Die N-ERGIE bekennt sich zur Energiewende und einem konsequent dezentralen Ansatz für ihre Umsetzung. In das 27.000 Kilometer umfassende Stromnetz der N-ERGIE speisen etwa 47.000 dezentrale Erzeugungsanlagen ein, größtenteils Photovoltaik-Anlagen.

Presseinformation

Energieeffizienz in industriellen Prozessen und Produktion

Krause Maschinenbau GmbH, Ostermünchen

Zerkleinerung mit der ecopulser-Technologie

Staatssekretär Franz Josef Pschierer überreicht den Bayerischen Energiepreis 2016 in der Kategorie Energieeffizienz in industriellen Prozessen und Produktion an Peter Krause von der Krause Maschinenbau GmbH

Die Maschinen der ecopulser-Baureihe zerkleinern mit Schallstoßwellen. Das ist absolut neuartig und weltweit einmalig.“ sagt Peter Krause, Erfinder und Geschäftsführer.

Dabei ist das Funktionsprinzip denkbar einfach und robust: Zwei Rotoren drehen gegenläufig mit sehr hoher Geschwindigkeit. Sie sind mit Formkörpern ausgestattet, die die anströmende Luft in definierte Turbulenzen (Schallstoßwellen) versetzen. Die Überlagerung dieser Schallstoßwellen führt dann zur Zerkleinerung des zugeführten Materials. Es ist deshalb nicht notwendig, dass das verarbeitete Material auf die Werkzeuge der Maschine trifft. Die Zerkleinerung findet "in der Luft" dazwischen statt.

Nur ein sehr geringer Energieanteil wird durch Reibung in Wärme umgewandelt und geht in das verarbeitete Material und die Maschinenumgebung verloren. Der weitaus größte Teil wird direkt für die Zerkleinerung aufgewendet. ecopulser im industriellen Produktionsbetrieb verbrauchen deshalb im Vergleich zu herkömmlicher Technik ca. 80 % weniger Energie. Die elektrische Energie, die eine einzige Maschine so einspart, reicht aus, um etwa 650 Haushalte zu versorgen.

ecopulser (Foto: Krause Maschinenbau GmbH)
ecopulser twin (Foto: Krause Maschinenbau GmbH)

Durch das spezielle Zerkleinerungsprinzip lassen sich mineralische und organische Materialien zerkleinern, Verbundstoffen auftrennen und homogene, feine Mineralgemische herstellen.

Ein zusätzlicher Vorteil der berührungslosen Zerkleinerung ist der extrem geringe Verschleiß an der Maschine, der Werkzeugstandzeiten von über 10.000 Betriebsstunden möglich macht.

Die Krause Maschinenbau GmbH ist ein kleiner, innovativer Betrieb aus dem Rosenheimer Umland, der jahrzehntelange Erfahrung im Sondermaschinenbau mit einem jungen Team vereint. Mit Entwicklung, Konstruktion, Endmontage und Service im eigenen Haus und zahlreichen Fertigungspartnern in der Umgebung entwickelt das Unternehmen kundenspezifische Lösungen und Anlagen für jeden Anwendungsfall und Aufstellort.

Presseinformation

Produkte und Anwendungen

ZAE Bayern, Würzburg

Mobiles Ug-Messgerät "Uglass"

Staatssekretär Franz Josef Pschierer überreicht den Bayerischen Energiepreis 2016 in der Kategorie Produkte und Anwendungen an Dr. Helmut Weinläder (links) vom ZAE Bayern und Alexander Frenzl (Mitte) von der Netzsch-Gerätebau GmbH

Würzburg, 20. Oktober 2016

Dem ZAE Bayern wurde für die Entwicklung des mobilen Messgerätes Uglass der Bayerische Energiepreis 2016 in der Kategorie „Produkte und Anwendungen“ verliehen. Mit dem Gerät lässt sich der Wärmedämmwert von Verglasungen einfach und zuverlässig vor Ort innerhalb weniger Minuten messen. Der Staatssekretär des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, Franz Josef Pschierer, überreichte den Preis am 20.10.2016 im Rahmen eines Festakts im Maritim Hotel Nürnberg.

Das ZAE Bayern entwickelte das neue, mobile Messgerät, zusammen mit dem Gerätehersteller NETZSCH Gerätebau GmbH, Selb, im Rahmen eines vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Projekts. „Der tatsächliche Wärmedämmwert von Verglasungen konnte bisher vor Ort nur unzureichend bestimmt werden. Am ZAE Bayern haben wir deshalb ein mobiles Ug-Wert-Messgerät entwickelt, das den Wärmedurchgang von Verglasungen einfach, also ohne Ausbau, innerhalb weniger Minuten und vor allem präzise ermittelt. Neben der Bestandskontrolle z.B. bei Altbauten, ist mit dem Gerät auch erstmalig eine integrale Qualitätssicherung bei der Isolierglasproduktion möglich. Dies eröffnet Energieberatern, Bauphysikern und Kundenbetreuern neue Möglichkeiten und leistet einen signifikanten Beitrag zum Klimaschutz“, so Dr. Helmut Weinläder, Projekt- und Gruppenleiter am ZAE Bayern in Würzburg.
Das Messgerät ist für Zwei- und Dreifachisoliergläser sowie Dach- und Fassadenverglasungen geeignet.

Mobiles Ug-Wert-Messgerät im Einsatz. (Foto: ZAE Bayern)
Ergebnisausgabe der Ug-Wert-Messung. (Foto: ZAE Bayern)
Ergebnisse eines Feldtests an eingebauten Verglasungen. (Foto: ZAE Bayern)

Wie wichtig ein solches Instrument als Entscheidungshilfe und für die Qualitätssicherung ist, zeigt der Sachverhalt, dass knapp 40% des Endenergiebedarfs für Deutschland auf den Gebäudebereich entfällt. Dieser Energieeinsatz ist mit einem Drittel aller anfallenden CO2–Emissionen verbunden. Ein wichtiger Ansatzpunkt für die Steigerung der Energieeffizienz ist die Dämmung der Gebäudehülle und hierbei der Einsatz hochwärmedämmender Fenstersysteme. Beim Wärmeschutz von Gebäuden bilden Fenster immer noch die entscheidende thermische Schwachstelle.


Weitere Infos unter www.fenstercheck.info

Alle Bilder © ZAE Bayern

Hiermit erteilen wir die Erlaubnis zur Verwendung der Pressefotos zu journalistischen Zwecken. Bei Veröffentlichung bitten wir um die Zusendung eines Belegexemplars!

Ihr Ansprechpartner
ZAE Bayern
Dr. Helmut Weinläder, ZAE Bayern
Tel. 0931/70564-348 Fax. -600
helmut.weinlaeder(at)zae-bayern.de


Über das ZAE Bayern
Als eine der führenden Einrichtungen auf dem Gebiet der angewandten Energieforschung verbindet das Bayerische Zentrum für Angewandte Energieforschung (ZAE Bayern) exzellente Forschung mit einer schnellen Umsetzung der Resultate in die wirtschaftliche Praxis.

Die Hauptforschungsschwerpunkte des ZAE Bayern liegen in den Bereichen „verstärkter Einsatz von Erneuerbaren Energien“ und „Steigerung der Energieeffizienz“. Ein besonderes Merkmal des ZAE Bayern ist die wissenschaftliche Tiefe, von den Grundlagen bis hin zur Anwendung, mit denen die Kernthemen der Forschung und Entwicklung bearbeitet werden. Das ZAE Bayern entwickelt energiesparende Konzepte, Techniken und Anlagen und erschließt regenerative Energiequellen. In seiner Forschungsausrichtung verknüpft es in einem interdisziplinären Ansatz Materialforschung, Komponentenentwicklung und Systemoptimierung. Hierzu bietet das ZAE Bayern seinen Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft ein breites Leistungsspektrum an, das sich von messtechnischen Dienstleistungen bis hin zu komplexen Forschungs- und Entwicklungsprojekten erstreckt. Das ZAE Bayern wird vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie unterstützt.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter http://www.zae-bayern.de/

Kommunale Energiekonzepte

Landkreis Bamberg

Klimaschutzmanagement Landkreis Bamberg

Staatssekretär Franz Josef Pschierer überreicht den Bayerischen Energiepreis 2016 in der Kategorie Kommunale Energiekonzepte an Robert Martin (links) und Johann Kalb (Mitte) vom Landkreis Bamberg

Im Jahr 2008 schloss der Landkreis Bamberg mit den 36 kreisangehörigen Gemeinden und der Stadt Bamberg eine Klimaallianz mit dem Ziel der bilanziellen Energieautarkie bis 2035. Diese kommunale Kooperation zur Umsetzung gemeinsamer Klimaschutzziele war lange Zeit eine in Bayern einzigartige Form. Im gleichen Jahr richtete der Landkreis die Stelle eines Klimaschutzbeauftragten ein und schuf 2010 einen eigenen Fachbereich Klimaschutz - nach derzeitigem Kenntnisstand ist dies bayernweit ein Alleinstellungsmerkmal des Landkreises Bamberg.

Solarflächen in Leimershof (Bildnachweis: Landratsamt Bamberg)
Klimaschutzbeauftragter des Landkreises Bamberg Robert Martin bei der Konferenz „Nachhaltige Energienutzung - Möglichkeiten zwischen Deutschland und Korea“ in Chuncheon/Südkorea (Bildnachweis: Bernd Rothammel)

Als eine erste Aufgabe ließ der Landkreis im Rahmen der Klimaallianz 2008 eine Potenzialanalyse erneuerbarer Energien für das Gebiet der Stadt und des Landkreises Bamberg erstellen, im Jahr 2010 folgte ein Solarflächenkataster. Seit 2013 versorgt ein 800-KW-Biomasseheizwerk das Schulzentrum in Scheßlitz mit Nahwärme. 2015 gab die Klimaallianz einen Klimaschutzfahrplan sowie einen Energienutzungsplan bzw. ein Wärmekataster für alle 36 kreisangehörige Gemeinden und die Stadt Bamberg in Auftrag. Die Einrichtung einer Ladesäule für Elektrofahrzeuge am Landratsamt war ein nächster Schritt, künftig sollen auch die Liegenschaften des Landkreises mit Ladesäulen versorgt werden.

Darüber hinaus trieb der Landkreis Bamberg die flächendeckende Ausstattung der kreisangehörigen Gemeinden mit einer Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge voran, mittlerweile stehen in 24 von 36 Kommunen insgesamt 30 Ladesäulen. Aktuell nimmt der Landkreis am Projekt „Energieeffizienznetzwerke für Kommunen“ teil und verwirklicht eine Machbarkeitsstudie zur Klärschlammtrocknung und seiner thermischen Verwertung im Flächenlandkreis Bamberg.

Aber auch international ist der Landkreis Bamberg ganz im Zeichen des Klimaschutzes aktiv: Im Rahmen des Projekts „Ecoregions“ war er in die interregionale europäische Zusammenarbeit eingebunden und stellte bei der Konferenz „Nachhaltige Energienutzung - Möglichkeiten zwischen Deutschland und Korea“ sein Klimaschutzmanagement in Asien vor.

Initiativen / Bildungsprojekte

FfE GmbH, München

Lernende Energieeffizienz-Netzwerke – Effizienz durch Synergie

Staatssekretär Franz Josef Pschierer überreicht den Bayerischen Energiepreis 2016 in der Kategorie Initiativen / Bildungsprojekte an Anna Gruber von der Forschungsstelle für Energiewirtschaft GmbH

Unter dem Motto „Effizienz durch Synergie“ hat die FfE GmbH (FfE) bereits 2010 mit ihrem Pilot-Netzwerk München-Oberbayern einen wesentlichen Grundstein für die heutige bayerische Energieeffizienz-Netzwerk-Initiative (BEEN-i) gelegt.

Heute betreut die FfE erfolgreich neun Netzwerke, deren Laufzeit auf in der Regel drei Jahre festgelegt ist. Im Zuge dessen erfolgen eine Analyse des Ist-Zustandes sowie die energetische und wirtschaftliche Bewertung von Maßnahmen zur Effizienzsteigerung in den Unternehmen. Anschließend werden je Betrieb sowie im Netzwerk gemeinsame Energieeffizienzsteigerungs- und CO2-Reduktionsziele festgelegt. Das jährliche Monitoring gewährleistet die Erfassung der Erfolge und eine neutrale Bewertung der Energieeinsparungen.

Im Rahmen der Netzwerke schließen sich Unternehmen mit regionalem Bezug aus verschiedenen Branchen zusammen und bewirken durch aktiven Erfahrungsaustausch branchenübergreifend Energie-, Kosten- und CO2-Emissionseinsparungen. Dieses mit- und voneinander Lernen wird durch drei- bis viermal im Jahr stattfindende Energieeffizienzworkshops mit entsprechenden Fachreferenten gefordert und gefördert.

Übersicht der neun Netzwerke der FfE (Bildnachweis: FfE GmbH)

Bis heute wurden bemerkenswerte Energieeffizienzsteigerungen erreicht. Beispielsweise konnte in dem 2011 bis 2013 durchgeführten Energieeffizienz-Netzwerk München-Oberbayern der jährliche Gesamtenergieverbrauch des Netzwerkes um 59 Mio. kWh/a gesenkt und die CO2-Emissionen um 17.000 t/a reduziert werden, was dem Stromverbrauch von ca. 16.000 Privathaushalten mit drei Personen und 3.500 kWh Jahresverbrauch entspricht.

Die Effizienzsteigerung der fünf bereits abgeschlossenen Netzwerke liegt im Mittel bei 7,0 %, die CO2-Emissionen konnten um im Mittel 7,8 % reduziert werden. Der Auswertung liegen insgesamt 89 Unternehmen zugrunde, die zusammen 948 Einzelmaßnahmen in verschiedenen Technologien wie Lüftung, Beleuchtung, Raumwärme etc. durchgeführt haben.

Über die FfE

Die Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft mbH (FfE GmbH) bietet energetische Gutachten und
Beratungsleistungen auf höchstem Niveau. Unsere Kunden profitieren von gründlichen Analysen und Lösungen, die wirtschaftlich und nachhaltig sind und auf Basis wissenschaftlicher Methodik und aktueller Forschungsergebnisse entwickelt werden. Wir setzen Marktkenntnis und die Nutzung eines umfassenden Netzwerks aus Entscheidungsträgern der Energiewirtschaft zum Wohle unserer Kunden ein.

Presseinformation

Energieforschung

Technische Universität München

Mehr Leistung durch Windparkregelung - Erstmalige experimentelle Demonstration im geschlossenen Regelkreis

Staatssekretär Franz Josef Pschierer überreicht den Bayerischen Energiepreis 2016 in der Kategorie Energieforschung an Prof. Dr. Carlo L. Bottasso vom Lehrstuhl für Windenergie der Technischen Universität München

Bei der Umwandlung von Windenergie zu elektrischer Energie verringert sich die Windgeschwindigkeit. Somit bildet sich hinter jeder Windkraftanlage (WKA) ein sogenannter Nachlauf, welcher eine niedrigere Windgeschwindigkeit und eine höhere Turbulenz aufweist. Die meisten WKA sind allerdings in Windparks gruppiert. Einer der Gründe dafür ist die Verminderung der Flächennutzung. Unter bestimmten Windbedingungen kann hier der Nachlauf einer WKA auf eine stromabwärts gelegene WKA auftreffen und diese abschatten. Solche Abschattungseffekte führen in einigen Windparks zu Ermüdungslasten, welche die Anlagenlebensdauer mindern können und zu signifikanten Jahresertragsverlusten. Weltweit wird nach Lösungen gesucht um diese Abschattungseffekte zu minimieren und die Stromgestehungskosten noch weiter zu senken. Zur Diskussion steht hierbei insbesondere die Ablenkung des Nachlaufs der windwärts gelegenen WKA. Dabei wird die windwärts gelegene WKA so aus dem Wind gedreht (gegiert), dass ihr Nachlauf seitlich abgelenkt wird und damit stromabwärts gelegene WKA vom Nachlauf befreit werden.

Darstellung der Nachlaufablenkung und des Leistungsanstieges unter Nutzung des Windparkreglers (Bildnachweis: Lehrstuhl für Windenergie, TUM)
Drei TUM-Modellwindkraftanlagen (Durchmesser 1m) im Windkanal des Politecnico di Milano. (Bildnachweis: Lehrstuhl für Windenergie, TUM)
Gruppenfoto vor einer Modellwindkraftanlage im Windkanal des Politecnico di Milano mit Projektpartnern (Bildnachweis: Lehrstuhl für Windenergie, TUM)

Im Januar 2016 konnte der Lehrstuhl für Windenergie das erste Mal in turbulenz-realistischen Windkanal-Experimenten zeigen, dass ein automatischer Windparkregler das Auftreffen eines Nachlaufs detektieren und mittels der Nachlaufablenkung eine Ertragssteigerung von bis zu 15% erreicht werden kann.

Prof. Bottasso, Lehrstuhlinhaber des Lehrstuhls für Windenergie an der Technischen Universität München, fasst die Forschungsergebnisse folgendermaßen zusammen: „In turbulenz-realistischen Windkanal-Experimenten konnten wir erstmalig zeigen, dass eine automatische Windparkregelung zu einer Ertragssteigerung von bis zu 15% führen kann.

Wir hoffen, dass schon bald erste Windparks mit einer solchen Windparkregelung ausgerüstet werden und dadurch schlussendlich die Energiekosten weiter gesenkt werden können.“

Im noch wachsenden Team, des 2013 gegründeten und von Prof. Bottasso geleiteten Lehrstuhls für Windenergie der Technischen Universität München (TUM) forschen derzeit 9 Doktoranden und Post-Docs sowie weitere studentische Mitarbeiter und Studenten, auch in engem Kontakt mit Partnern aus der Industrie, an einem breiten Spektrum von wissenschaftlich-theoretischen und anwendungsorientierten Fragestellungen.

Presseinformation