Bayern Innovativ

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Hauptpreisträger

  • Wacker Chemie AG, Burghausen >> hier klicken <<

    Technologieoptimierungen und Innovationen reduzieren den Energieverbrauch

    Hauptpreis: Staatssekretär Franz Josef Pschierer (re.) mit Ewald Schindlbeck, Wacker Chemie AG (li.) sowie Werner Klenk und Claus Burkhardt, Burkhardt GmbH (mittig)

    Die Wacker Chemie AG ist seit über 60 Jahren einer der weltweit führenden Hersteller hochreinen polykristallinen Siliciums. Als zentraler Grundstoff für Solarmodule ist Polysilicium eine wichtige Voraussetzung, um Sonnenenergie zu nutzen. Für seine hocheffizienten Prozesse in der Produktion von Polysilicium in Burghausen hat WACKER nun den „Bayerischen Energiepreis“ erhalten.

    Produziert wird das hochreine Material unter anderem im WACKER-Werk im oberbayerischen Burghausen. Die Herstellung ist allerdings sehr aufwändig und energieintensiv. Aus diesem Grund hat das Unternehmen in den letzten Jahrzehnten seine Produktionstechnologien zur Herstellung von Polysilicium kontinuierlich überarbeitet und weiterentwickelt: Durch eine effizientere Anlagentechnik und umfassend optimierte Prozesse konnte WACKER von 2005 bis 2013 den spezifischen Energieverbrauch für die Herstellung von hochreinem Polysilicium um 29 Prozent reduzieren.

    Polykristallines Silicium von WACKER ist das Ausgangsmaterial für hochwertige Solarmodule (Foto: Wacker Chemie AG).

    Dadurch konnte die Energierücklaufzeit für Solarmodule auf 1,3 Jahre (2013) gesenkt werden. Darüber hinaus hat WACKER eine neue Polysilicium-Abscheidetechnologie entwickelt und patentiert. Das Unternehmen erwartet, dass es dadurch den Energieverbrauch weiter senken kann. Zudem hat WACKER mit dem Ausbau der Siliciumproduktion in Bayern ca. 700 neue Arbeitsplätze geschaffen.

    Über WACKER

    WACKER (www.wacker.com) ist ein weltweit tätiges Chemieunternehmen mit Hauptsitz in München. 2013 setzte der Konzern rund 4,48 Mrd. € um und be-schäftigte rund 16.000 Mitarbeiter. Das operative Geschäft ist in die Ge-schäftsbereiche Siltronic, WACKER SILICONES, WACKER POLYMERS, WACKER POLYSILICON und WACKER BIOSOLUTIONS gegliedert. Insgesamt vertreibt und verkauft das im Jahr 1914 gegründete Unternehmen über 3.500 Produkte an mehr als 3.500 Kunden in über 100 Ländern und betreibt derzeit weltweit rund 25 Produktionsstandorte. Seit über 60 Jahren ist
    WACKER einer der weltweit führenden Hersteller hochreinen Polysiliciums.

  • Burkhardt GmbH, Mühlhausen >> hier klicken <<

    Hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung

    Hauptpreis: Wacker Chemie AG (links) und Burkhardt GmbH mit Staatssekretär Franz Josef Pschierer

    Tradition und ständige Innovation haben die Firma Burkhardt zu dem gemacht, was es heute ist: eines der führenden deutschen Unternehmen für Energie- und Gebäudetechnik. Mit den Leistungssparten Heizung, Klima, Lüftung, Sanitär, Klempnerei/Spenglerei sowie den erneuerbaren Energien mit Blockheizkraftwerken und Holzvergasern bietet das Unternehmen ein breites und nachhaltiges Produktportfolio. Seit mehreren Generationen wird das Unternehmen Burkhardt erfolgreich von einer Familie geführt. Von der 1879 erstmalig erwähnten Dorfschmiede im oberpfälzischen Mühlhausen entwickelte und vergrößerte sich der Betrieb stetig und agiert heute national und international an fünf Standorten mit mittlerweile über 300 Mitarbeitern.

    Beim prämierten Projekt handelt es sich um einen Holzvergaser (HVG) mit einem nachgeschalteten Blockheizkraftwerk (BHKW).

    Die Funktionsweise lässt sich dabei wie folgt beschreiben:

    Holzpellets werden aus einem Silo über eine Brennstoffschleuse in den Vergasungsreaktor gefördert. Im Vergasungsreaktor findet ein Schwelbrand statt, der neben der Wärme zur Aufrechterhaltung des Prozesses auch brennbare Gase liefert. Der Vorgang der Vergasung kann in vier Teilschritte gegliedert werden: Trocknung, Pyrolyse, Oxidation und Reduktion. Da Brennstoff und Luft von unten in den Vergasungsreaktor zugeführt werden und sich in gleicher Richtung bewegen spricht man vom Gleichstrom- Vergaser. Das im Prozess gewonnene Gas wird dann in einem Wärmetauscher gekühlt, über Filter gereinigt und mittels Gaskühler auf die gewünschte Temperatur vor
    Ladeluftmischung gekühlt. Das Holzgas wird dann in einem speziell adaptierten Zündstrahlmotor verwertet. Mit der mechanischen Energie des Motors wird ein Generator angetrieben und Strom erzeugt. Parallel dazu wird mit den Wärmetauschern aus Gaskühlung, Motorkühlwasser und Motorabgas nutzbare Wärme ausgekoppelt. Der HVG und das BHKW sind bis zu den Heizungsanschlüssen komplett verrohrt, sodass die ausgekoppelte Wärme direkt ins Heizungsnetz eingespeist werden kann.

    Burkhardt Holzvergaser V 3.90 mit BHKW ECO 180 HG (Bildnachweis: Burkhardt GmbH)

    Technische Daten Gesamtanlage:

    • Elektrische Leistung: 180 KW
    • Thermische Leistung: 270 KW
    • Pellet Verbrauch: 110 kg/Std.
    • Zündöl Verbrauch: 4 l/Std.
    • Elektrischer Wirkungsgrad: > 30%
    • Gesamtwirkungsgrad: > 75%

    Wesentliche Meilensteine von der Entwicklung bis zur Kommerzialisierung:

    2005- 2008: Grundlagenforschung in der Holzvergasung mit Patentanmeldung
    2009 /2010: ZIM-Förderprojekt mit der Hochschule Amberg-Weiden „Entwicklung einer Holzvergasungsanlage für den Betrieb eines Zündstrahlmotors“ sowie Bau von vier Prototypanlagen
    2010 /2011: Verkauf und Installation der ersten Kundenanlagen
    2012: Patenterteilung „Verfahren zum thermochemischen Vergasen von festen Brennstoffen“
    2013: Verkauf der 100. Anlage

    Positive Aspekte aus dieser innovativen und einzigartigen Entwicklung:

    • Orts- und wetterunabhängige Energieerzeugungsart mit nachwachsendem Rohstoff zu betreiben
    • Deutliche Primärenergieeinsparung durch hocheffiziente Kraft-Wärme Kopplung
    • Reduzierung von ca. 1.000 t CO2/Jahr und Anlage

    Mit dieser umweltfreundlichen, versorgungssicheren und wirtschaftlichen Entwicklung leistet die Firma Burkhardt und ihre Kunden einen aktiven Beitrag zur Klimapolitik!

Kategorie: Erneuerbare Energien, Energienetze, Speichertechnologien

  • Kraftwerk am Höllenstein AG, Straubing >> hier klicken <<

    Druckkammer Fischschleuse mit energetischer Nutzung

    Staatssekretär Franz Josef Pschierer überreicht den Bayerischen Energiepreis 2014 in der Kategorie Erneuerbare Energien, Energienetze, Speichertechnologien an Johann Fischer (links) und Markus Pannermayr (Mitte)

    Im Kraftwerk am Höllenstein wurde ein nicht benötigter Grundablasskanal unter dem Kraftwerksgebäude zum Einbau einer Druckkammerfischschleuse genutzt und im November 2013 fertiggestellt.

    Eine Druckkammerschleuse als Wanderhilfe für Fische zu nutzen – diese Idee ist nicht neu. Der Clou an der Schleuse am Kraftwerk Höllenstein ist jedoch die vom Werkleiter, Johann Fischer, entwickelte energetische Nutzung der Fischschleuse.

    Für den Betrieb der Schleuse werden ca. 500 Liter Wasser in der Sekunde benötigt, das nicht mehr für die Stromerzeugung zur Verfügung steht. Dadurch entstünde ein Produktionsverlust von jährlich 400.000 kWh Strom. Durch ein ausgeklügeltes Rohrsystem und Einbau eines Turbinenaggregats kann
    nun auch dieses Wasser für die Stromerzeugung genutzt werden und verbindet
    damit Ökologie und Wirtschaftlichkeit in idealer Weise.

    Die Entwicklung dieses neuen, patentierten Verfahrens wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie gefördert.

    Bildnachweis: Kraftwerk am Höllenstein AG

    Seit Frühjahr 2014 wird die fischereiökologische Wirksamkeit untersucht. Das
    Monitoringprogramm wird vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz begleitet und gefördert.

    Die Kraftwerk am Höllenstein AG wurde 1923 gegründet. Nach nur 3 Jahren Bauzeit konnte das Kraftwerk Höllenstein am 14. Januar 1926 die Stromproduktion aufnehmen. Im ersten Geschäftsjahr betrug die Stromerzeugung 7,769 Mio. Kilowattstunden, heute werden hier durchschnittlich 13,5 Mio. kWh produziert. Um die Leistungsfähigkeit zu verbessern, wurde 1963 das Ausgleichswerk in Pulling errichtet. Hier beträgt die jährliche Stromproduktion ca. 6 Mio Kilowattstunden.

    Die Stadt Straubing verstand es, sich über die Stadtwerke Straubing 88,92 % der Aktien zu sichern und bis heute zu halten. Die gesamte Stromproduktion wird in das Netz des Bayernwerkes eingespeist. Der Betrieb der Kraftwerke war vom Freistaat Bayern bis zum Januar 2001 genehmigt. Nach einem fast 9 Jahre dauernden Verfahren wurde am 28.07.2009 die wasserrechtliche Bewilligung für weitere 30 Jahre erteilt, mit der Auflage die Durchgängigkeit wiederherzustellen. Mit der Inbetriebnahme einer konventionellen Fischtreppe am Kraftwerk Pulling im Jahr 2011 und der Druckkammerfischschleuse im Kraftwerk Höllenstein sind alle Auflagen erfüllt und damit die Weiterführung des Betriebes gesichert.

  • Stadtwerke Eichstätt Versorgungs-GmbH, Eichstätt >> hier klicken <<

    Umsetzung regenerativer Nahwärmeprojekte auf Basis eines Energienutzungsplans

    Staatssekretär Franz Josef Pschierer überreicht den Bayerischen Energiepreis 2014 in der Kategorie Erneuerbare Energien, Energienetze, Speichertechnologien an Wolfgang Brandl (links) und Andreas Steppberger (Mitte) für den Preisträger Stadtwerke Eichstätt

    Um einen sinnvollen Ausbau der regenerativen Energieversorgung in der Stadt Eichstätt zu realisieren, erstellten die Stadtwerke Eichstätt im Jahr 2008 einen umfassenden Energienutzungsplan mit Wärmekataster. So wurden im Stadtgebiet zwei Gebiete mit hoher Wärmeverdichtung erkannt – im Osten und im Westen der Stadt.

    Für das östliche Stadtgebiet wurde 2009 die Schaffung eines Nahwärmeverbundes unter Anschluss der Liegenschaften verschiedener Träger (Landkreis, Universität, Kirche, Bereitschaftspolizei etc.) beschlossen. Dieses Konzept war durch eine wissenschaftliche Studie als die ökologisch und wirtschaftlich optimale Lösung identifiziert worden. Bereits im nächsten Jahr ging das Biomasseheizwerk Schottenau ans Netz – es wird mit naturbelassenen Hackschnitzeln betrieben und verbessert die CO2-Bilanz der Stadt Eichstätt bei einer Wärmeabgabe von 15 Millionen kWh um jährlich rund 2.200 Tonnen.

    (Bildnachweis: Stadtwerke Eichstätt)

    Bei den Planungen für das zweite Verdichtungsgebiet im Westen der Stadt, das Neubaugebiet „Spitalstadt“, stand man vor einigen Herausforderungen, z.B. gestiegenen Hackschnitzelpreisen und engen räumlichen Verhältnissen. Im Rahmen der Studie „Energiekonzept Spitalstadt Eichstätt“ wurden erneut zahlreiche Varianten analysiert – man entschied sich schließlich zum Bau eines wärmegeführten, mit Biomethan betriebenen Blockheizkraftwerkes mit angegliedertem Nahwärmenetz. Seit Mai 2013 in Betrieb, spart das Blockheizkraftwerk bei einer Wärmeabgabe von bis zu 9 Millionen kWh und einer regenerativen Stromerzeugung von bis zu 4 Millionen kWh jährlich rund 1.850 Tonnen CO2 ein.

    Fazit: Die Umsetzung der regenerativen Nahwärmeprojekte auf Grundlage eines Energienutzungsplans führt in Eichstätt – durch den maßgeschneiderten Einsatz heimischer Energieträger und der Zusammenarbeit vieler Leistungsträger aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft – zu jährlichen CO2-Einsparungen (im Vergleich gegenüber Einzelheizungen) in Höhe von insgesamt über 4.000 Tonnen. Der klar strukturierte Prozess der Projektumsetzung kann als Grundlage für Energiekonzepte und Energieprojekte auf andere Kommunen übertragen werden.

Kategorie: Gebäude und Gebäudekonzepte

  • Colt International GmbH, Leipheim >> hier klicken <<

    Derag Livinghotel Am Viktualienmarkt, München

    Staatssekretär Franz Josef Pschierer überreicht den Bayerischen Energiepreis 2014 in der Kategorie Gebäude und Gebäudekonzepte an Lukas Verlage und Uwe Barth vom Preisträger Colt International GmbH

    Der ClimaTower gewinnt mit dem Derag Livinghotel „Am Viktualienmarkt" den Bayerischen Innovationspreis in der Kategorie Gebäude und Gebäudekonzepte für seine herausragende Energieeffizienz.

    Die Derag Livinghotels suchten nach einer Lösung um eines ihrer Hotels zu einem Null-Energie-Hotel umzubauen. Colt International fand mit dem ClimaTower einen Weg den Energiebedarf des Hotels zu minimieren und mithilfe von Energierückgewinnung dem Ziel des Null-Energie-Hotels so nah zu kommen wie kein anderes System.

    Eine zentrale Rolle für das Energiekonzept des Hotels spielt der von der Firma Colt International konzipierte und umgesetzte "ClimaTower". Heizung und Kühlung werden hier über Klimadecken sichergestellt, in denen der Wärmeträger Wasser flächig verteilt wird.

    Die Erwärmung des Trinkwassers wird dezentral von einer Mikrowärmepumpe gesteuert, die Colt erstmalig für das Gebäude entwickelt hat. Als Kompaktgerät ist die Colt-Mikropumpe in den Versorgungsschächten in jedem Zimmer sowie in einigen Wirtschafträumen eingebaut. Die Solarthermie- und Photovoltaikanlage auf dem Dach des Gebäudes, eine Grauwasseraufbereitungsanlage und ein Hybridspeicher sorgen für Wärme und Kälte.

    (Bildnachweis: Derag Livinghotels)

    Sämtliche hausinternen Ressourcen, wie das Abwasser der Zimmerduschen, die Abwärme der Server und Gewerbekühlanlagen werden als Wärmequelle genutzt und bilden einen in sich geschlossenen Energiekreislauf. Ein eigener Wasserkreislauf dient als neutraler Leiter und transportiert Wärme- und
    Energieströme innerhalb des Gebäudes. Warmwasser wird direkt im ClimaTower erzeugt, weshalb das System daher keine zentralen Warmwasserspeicher benötigt. Bei konventionellen Anlagen vergleichbarer Größe beträgt das Vorhaltevolumen dem gegenüber mehrere 1.000 Liter. Durch dieses Konzept können bis zu sechs Rohrleitungen in den Versorgungsschächten gespart werden. Das CimaTower-System benötigt keine Vor- und Rücklaufleitungen für das Heizen und Kühlen und auch die Warmwasserzirkulationsleitungen werden nicht mehr benötigt. Hierdurch fallen die sonst üblichen Verteilverluste nicht mehr an und die Energieeffizienz steigt. Überschüssige Wärme wird bei Bedarf in Form von Wasser gespeichert bzw. für die Langzeitspeicherung an PCM (Phase Change Material) übertragen. Sogar die zeitliche Verschiebung der Energienutzung ist damit möglich.

    Die Dehoga empfiehlt in Ihrer letzten Energiebrochüre für ein 4-Sterne Hotel einen Energieverbrauch von 137.6 kWh/ m², welchen jedoch nur die effizientesten 25 Hotels schaffen. Im Hotel „Am Viktualienmarkt" wurde der ClimaTower erstmals verbaut und zurzeit wird er von der Hochschule
    Rosenheim überwacht. Die Zahlen des Monitorings für das umgebaute Hotel belegen einen durchschnittlichen Energieverbrauch von ca. 55 kWh/ m² im Jahr für Heizung, Kühlung und Warmwasser.

    Mit dem System ClimaTower wurde ein Meilenstein in der technischen Gebäudeausrüstung gesetzt. Colt fühlt sich geehrt den Bayerischen Energiepreis zu erhalten, der als Leitbild für Energieeffizienz in Deutschland steht.


    – Lukas Verlage, Geschäftsführer Colt International

  • Kaufmann.Lichtblau.Architekten BDA, München >> hier klicken <<

    Geschosswohnbau 1958, Modellerneuerung in Holz

    Staatssekretär Franz Josef Pschierer überreicht den Bayerischen Energiepreis 2014 in der Kategorie Gebäude und Gebäudekonzepte an Florian Lichtblau vom Preisträger Kaufmann.Lichtblau.Architekten BDA

    Ausgangspunkt war eine Wohnsiedlung der GWG-München im Originalzustand Fünfzigerjahre: nach einem Studienprojekt an der TU entwickelte das Team unter
    Kaufmann.Lichtblau einen Zielekatalog für ganzheitlich geplante Erneuerung:

    1. Hochwertige Nutzung (Quantität, Qualität, Identität, Barrierefreiheit und Außenräume)
    2. Zukunftsfähige Energie (Minimalbedarf, Effizienz, regenerative Quellen und Ökonomie)
    3. Nachhaltige Bauweise (Bestandserhalt, ökologischer Holzbau, Prozeß und Gestaltung)
    (Bildnachweis: Kaufmann.Lichtblau.Architekten)

    Die alte Tragstruktur wurde barrierefrei erschlossen und zu modernem Wohn-/ Büroangebot ausgebaut. Neue Gebäudehülle und Aufstockung bestehen aus vorgefertigten Holzelementen in Passivhausqualität, dazu Musterlösungen für Lebenszyklus- und Energiebilanz, Gebäudetechnik, Bauphysik, Statik, Brand- und Schallschutz, sowie effektiven Bauprozeß. Nur ein altes Haus musste weichen, mit dem Ersatz in Holzbau entstand ein neuer Gebäudetyp.

    Die Modellerneuerung der GWG, Münchens derzeit größtes Holzprojekt, erzielt bestmögliche Wertschöpfung und Effizienz in Bauweise und Betrieb, bei verdoppelter Wohnfläche und Energiereduktion um Faktor 15.

    Vielleicht das wichtigste Ergebnis der Begleitforschung aber: die Bewohner sind glücklich in ihren Holzhäusern.

Kategorie: Energiekonzepte und Initiativen

  • Team „Energie sparen an der Grund- und Mittelschule Aitrachtal“, Mengkofen >> hier klicken <<

    „Alt hilft Jung – Energie, die Generationen bewegt“

    Staatssekretär Franz Josef Pschierer überreicht den Bayerischen Energiepreis 2014 in der Kategorie Energiekonzepte und Initiativen an Schüler und Lehrer der Grund- und Mittelschule Aitrachtal

    An der Grund- und Mittelschule Aitrachtal im niederbayerischen Mengkofen beschäftigen sich Schüler und Senioren erfolgreich mit Themen zum Energie sparen und dem Bau von Modellen für erneuerbare Energie. An der Schule werden rund 300 Schüler der Jahrgangsstufen eins bis neun in 13 Klassen unterrichtet. Drei Ruheständler arbeiten ehrenamtlich mit den Schülern seit 2008. In enger Abstimmung zwischen Schulleitung und den Projektbetreuern verfolgt das
    Projektteam Energie für die Jugend generationsüberschreitend mit Leben zu erfüllen und begreifbar zu machen. Erfahrene Senioren geben auf diesem Wege ihr theoretisches und praktisches Wissen an die Jugend weitergeben.

    Zunächst starteten die Betreuer mit interessierten Schüler mit: „Energie sparen an der Schule.“ Im Rahmen der Teamarbeit sind Schüler zu Energieexperten für konkrete Maßnahmen ausgebildet worden, um dem unnützen und verschwenderischen Umgang mit Energie zu begegnen. Über die bisherige Projektlaufzeit konnten die Kosten für Strom und Heizenergie an der Schule um rund 50.000 Euro gesenkt werden.

    (Bildnachweis: Richard Baumgartner)

    Seit zwei Jahren werden von Jung und Alt Modelle für Fotovoltaik, Wind- und Wasserkraft gebaut, die in einer „Energieecke“ für alle zugänglich sind. Damit können an den erstellten Modellen Schüler Energie erleben und begreifen. In selbst gedrehten Kurzvideos werden an einer Bildschirmwand Anregungen und Beispiele zum Energie sparen vorgelebt.

    In Fortführung des Leitgedankens nehmen Schüler Beispiele zum Energie sparen mit in ihr Elternhaus und schließen dazu mit ihren Eltern eine Fifty:Fifty Vereinbarung zur Kostenreduzierung. Seit Juni engagieren sich auch an der Schule „Jungenergieberater“, die bereits öffentlich ihre Tätigkeit bei einer örtlichen Veranstaltung aufgenommen haben.

    Das Projekt und die Methode der Projektarbeit sind auf andere Schulen übertragbar. Im Rahmen einer niederbayernweiten Lehrerfortbildung fand das Vorgehen begeisterte Zustimmung. Über die Aktivitäten haben neben der lokalen Presse auch der Bayerische Rundfunk und das Regionalfernsehen berichtet.

    Das Betreuerteam hat Exkursionen initiiert (z.B. zum Wasserkraftwert Jochenstein mit „Haus am Strom“, dem „Energieerlebnishaus - Welios“ im oberösterreichischen Wels, und zum Deutsches Museum in München), die bei den Schülern den Bezug zu Energie und deren Erzeugung vertieft haben, gleichzeitig als Belohnung begeistert angenommen wurden. So gilt in Mengkofen auch weiter das Motto: „Wir sparen Energie – wann fangen Sie an?

  • Irlbacher Blickpunkt Glas GmbH, Schönsee >> hier klicken <<

    Betriebliches Gesamtenergiekonzept

    Staatssekretär Franz Josef Pschierer überreicht den Bayerischen Energiepreis 2014 in der Kategorie Energiekonzepte und Initiativen an Günther und Volker Irlbacher vom Preisträger Irlbacher Blickpunkt Glas GmbH

    Die Fa. Irlbacher wurde 1935 gegründet und hat sich zu einer Unternehmensgruppe mit insgesamt ca. 500 Mitarbeitern entwickelt. Irlbacher verfügt über ein breites Spektrum an Fertigungstechnologien, zur Herstellung einer großen Vielfalt anspruchsvoller Produkte auf der Basis von Spezialglas.

    Absatzmärkte für Glasprodukte und Baugruppen liegen in den Bereichen Gebäudetechnik, Kaminofenindustrie, Leuchtenindustrie, Hausgeräteindustrie,
    Sanitärindustrie, Optische Industrie sowie Maschinenbau.

    Ständige Innovationen und Entwicklungen erfordern auch Investitionen in den Standort Schönsee. Indiesem Zusammenhang ist die Idee einer „Null-Emissions-Fabrik“ entstanden. Der Neubau der Produktionshalle am Betriebsgelände Irlbacher sollsich durch ein Höchstmaß an Energieeffizienz, dem Einsatz erneuerbarer Energiesysteme und möglichstniedrigen CO2-Emissionen auszeichnen. Das bei Irlbacher umgesetzte ressourcenschonende Gesamtkonzept liefert Lösungen bei Umweltaspekten wie die Reduzierung von Wassereinsatz, Strom-, Heiz- und Kühlkosten.

    (Bildnachweis: Irlbacher Blickpunkt Glas GmbH)

    Mit diesem Energienutzungskonzept können jährlich Dreiviertel der anfallenden CO²-Emissionen (~300 Tonnen) eingespart werden. Für dieses Vorhaben wurde ein integriertes Gesamtenergiekonzept für den gesamten Produktionsstandort entwickelt. Auch der Einsatz von aufwendiger Mess- und Überwachungstechnik zur optimalen Regelung und Steuerung des Gesamtsystems (Gebäudetechnik) wurde umgesetzt.

    Nicht nur die Produktions- und Montagehalle werden über hocheffizientes LED-Lichtkonzept von Irlbacher beleuchtet, auch die Entwicklungsabteilung ist mit insgesamt 150 speziell dafür entwickelten Klima-, Heiz-, Kühl- sowie Lichtpaneelen bestückt.

    Dadurch wurde eine deutliche CO2-Einsparung gegenüber dem Stand der Technik bei der Energieversorgung von Produktionsbetrieben erreicht. Durch diese Maßnahmen ist auch möglich geworden die Beheizung des Neubaus ohne Einsatz fossiler Brennstoffe zu betreiben. Des weiteren werden stündlich 1,2 Mio. Liter Wasser im Kreislauf für die Aufrechterhaltung des Schleifbetriebes aufbereitet. Die Klarphase des aufbereiteten Wassers wir dann als Energieträgermedium über Wäremetauscher geführt, um somit zwei Wärmepumpen zur versorgen. Über diese Maßnahmen werden 250 KW thermische Leistung bei 65 °C erzeugt.

Kategorie: Anlagen/Prozesstechnik; Produktentwicklung

  • Gammel Engineering GmbH, Abensberg >> hier klicken <<

    „Kombi Power System® Naturenergie Hersbruck“

    Staatssekretär Franz Josef Pschierer überreicht den Bayerischen Energiepreis 2014 in der Kategorie Anlagen/Prozesstechnik; Produktentwicklung an die Gammel Engineering GmbH

    Das Kombi Power System® der Gammel Engineering GmbH
    Eine neue Generation der dezentralen Energieversorgung

    Produktzyklen werden kürzer, Automatisierungsgrade steigen und Unternehmen verbessern ihre Energieeffizienz. Produktionsverfahren werden weiterentwickelt, Kapazitäten ausgebaut. Und die Energie‐Infrastruktur muss in der Lage sein, entsprechend flexibel mitzuwachsen. Um diesen Anforderungen an Flexibilität, Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit
    bei der Energiebereitstellung folgen zu können, hat Gammel Engineering aus Abensberg in Niederbayern das Kombi‐Power‐System® entwickelt. Ein innovatives, dezentrales Energiesystem, das sich der immer weiter beschleunigenden Dynamik im Energiemarkt – egal ob in Gewerbe, produzierender Industrie oder Kommune – quasi stufenlos anpassen lässt.

    Starre Anlagentypen haben ausgedient

    Das innovative Kombi‐Power‐System® bietet Flexibilität bei der Wahl des jeweils am besten verfügbaren Energieträgers aber auch beim Wärmeträger – ob Warmwasser, Heißwasser, Dampf, Thermoöl oder Heißluft – und ermöglicht so eine größtmögliche Kundenorientierung für Produktionsbetriebe, Energiedienstleister oder Kommunen. Das jeweilige Kombi Power System® wird exakt nach dem Bedarf designt. Mitwachsend mit steigenden Produktionskapazitäten und bei häufig stark schwankenden Lastgängen rasch anpassbar. Energie‐ und Stoffströme vor Ort werden genutzt und regenerative und fossile Energien flexibel miteinander verbunden. Das Ergebnis: Planbare Energiekosten auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau durch ein hoch flexibles, modulares Energiesystem, das eine Effizienz‐ und Emissions‐Benchmark darstellt.

    (Bildnachweis: Gammel Engineering GmbH)

    So funktioniert ein Kombi Power System®

    Kernstück einer Holz‐Kombi‐Power‐Anlage ist ein Gegenstromvergaser, in dem Pyrolysegas gewonnen wird. Anschließend erfolgt die Verbrennung in einer optimierten, stehenden Brennkammer, optional auch mit anderen flüssigen oder
    gasförmigen Brennstoffen. Dabei erzeugt das Holz‐Kombi Power System® praktisch staubfreies Rauchgas für die extern befeuerte, speziell modifizierte Gasturbine als erste Stromproduktions‐Stufe. Anschließend dient das Heißgas zum Antrieb der ORC‐Turbine (Organic Rankine Cycle) und produziert damit in einer zweiten Stufe elektrischen Strom. Nahezu alle kundenspezifischen Anforderungen können durch den modularen Aufbau des Kombi Power Systems® erfüllt werden. Das modulare Anlagenkonzept kann entsprechend der Unternehmensentwicklung des Betreibers im Kerngeschäft individuell
    zeitlich gestaffelt auf‐ und ausgebaut werden. So können z.B. Module zur Auskopplung unterschiedlicher Wärmeträger getauscht oder ergänzt werden.

    Erfolg in Serie

    In Hersbruck – der Pilotanlage – wurde weltweit die erste GuORC‐Anlage auf Basis von naturbelassenem Holz gebaut. Neben der Stromproduktion wird die Wärme aus dem KWK‐Prozess vollständig in das Wärmenetz der Naturenergie eingespeist und versorgt damit ganzjährig die Fackelmann Therme, das Finanzamt und eine Reihe weiterer gewerblicher und privater Wärmekunden. Naturenergie Hersbruck ist seit Februar 2012 in Betrieb. Nach diesem Vorbild sind mittlerweile vier Kombi Power Systeme® mit Wald‐ und Landschaftspflegeholz in Betrieb, davon drei Turbinen‐ und eine Motorenvariante. Unter anderem bei der Firmengruppe Max Bögl in Sengenthal, bei Arcobräu in Moos und beim Campingplatz Holmernhof, Bad Füssing, der inzwischen als „Klimafreundlicher Betrieb“ ausgezeichnet wurde.

    25 Jahre Ingenieur Know‐how aus Abensberg

    Seit über 25 Jahren entwickelt und plant das Team Gammel Engineering GmbH unabhängig von Herstellern dezentrale Energiesysteme sowohl mit regenerativen als auch mit fossilen Energieträgern für unterschiedlichste Anwendungsfälle und Branchen. Mit 50 überwiegend langjährigen Mitarbeitern kann Gammel Engineering auch komplexe Großprojekte erfolgreich bearbeiten. Insbesondere bei der Planung von Energiezentralen und dezentralen Energiesystemen hat sich seit der Firmengründung ein Schwerpunkt herausgebildet. Auf Grund der volatilen Energiepreise und der verschärften Umweltanforderungen arbeiten unsere Experten unter dem Nachhaltigkeitsgedanken Versorgungskonzepte und individuelle Lösungen für unsere Kunden aus, die den erforderlichen Energiebedarf auf ein Minimum reduzieren und die Deckung des restlichen Bedarfes bei minimalem Primärenergieeinsatz sicherstellen.

    Zum Kombi Power System® gibt es weitere Informationen unter:

     

    Bilder zum Kombi Power System® finden Sie in unserem Energie‐Lexikon unter: www.gammel.de/de/lexikon/kombipower‐system/4831 ‐ Wenn diese Fotos in hochauflösender Form benötigt werden, stellen wir diese gern zur Verfügung.

  • Bayerisches Zentrum für Angewandte Energieforschung e.V., Würzburg >> hier klicken <<

    Energy Efficiency Center

    Staatssekretär Franz Josef Pschierer überreicht den Bayerischen Energiepreis 2014 in der Kategorie Anlagen/Prozesstechnik; Produktentwicklung an Dr. Hans-Peter Ebert und Prof. Dr. Vladimir Dyakonov vom Preisträger Bayerisches Zentrum für Angewandte Energieforschung e.V.

    Das Forschungs- und Demonstrationsgebäude „Energy Efficiency Center“ überzeugt durch die dort eingesetzten innovativen Effizienztechnologien und der gelungenen Synthese von anspruchsvoller Architektur und Energieeffizienz.

    Im Rahmen einer festlichen Preisverleihung im Maritim Hotel Nürnberg wurde dem ZAE Bayern für sein Leuchtturmprojekt „Energy Efficiency Center“ der Bayerische Energiepreis 2014 vom Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, Franz Josef Pschierer, verliehen.

    Im Zeitraum August 2010 bis Februar 2014 hat das ZAE Bayern ein innovatives Forschungs- und Demonstrationsgebäude – das Energy Efficiency Center (EEC) - in Würzburg erstellt, das eine Vielzahl von neuen Energieeffizienztechnologien bündelt und demonstriert. Das ehrgeizige Vorhaben wurde im Rahmen des Förderschwerpunktes „Forschung für Energieoptimiertes Bauen (EnOB)“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, vom Bayerischen Wirtschaftsministerium gefördert und von zahlreichen Partnern unterstützt. Das Gebäude wurde als Experimentiergebäude konzipiert, an dem verschiedene neuartige Entwicklungen im Gebäudebereich unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten erprobt werden können. In einem abgestimmten Ansatz wurden hoch innovative energieeffiziente Technologien in der Gebäudehülle integriert, die in Verbindung mit einer intelligenten Gebäudetechnik zu einer hohen Primärenergieausbeute führen. So konnte die Vereinbarkeit von Energieeffizienz, Nutzungsanforderungen und ansprechender Architektur überzeugend unter Beweis gestellt werden. Prof. Dr. Vladimir Dyakonov, Vorstand und Wissenschaftlicher Leiter des ZAE Bayern, ist besonders stolz auf die Vielzahl von Kooperationen, die im Rahmen dieses Projekts entstanden sind. „Es war während des ganzen Projekts ein großer Teamgeist zu spüren. Architekten, Planer, Industrie und die ZAE-Wissenschaftler aus allen Bereichen haben hier Hand in Hand intensiv zusammengearbeitet. Nur so konnte das ambitionierte Vorhaben so erfolgreich verlaufen und innovative Ansätze im Projekt verfolgt werden.“ „Das Schöne daran ist, dass diese Kooperationen zum großen Teil über das Projekt hinaus fortgesetzt wer-den. Mit diesem Gebäude haben wir zudem ein einzigartiges Forschungsinstrument an der Hand, mit dem wir zukünftig praxisnah neue Technologien vor Ort testen können.“, so führt Dr. Hans-Peter Ebert, Bereichsleiter und Mitglied des erweiterten ZAE-Vorstands, weiterhin aus.

    Dachansicht des Energy Efficiency Centers mit seinen lichtdurchlässigen Membranen zur Tageslichtbeleuchtung (Bildnachweis: ZAE Bayern)

    Ein weiteres Novum ist das im EEC integrierte Informationszentrum. Hier wird der breiten Öffentlichkeit, angefangen von Schülern, Jugendlichen über den interessierten Laien bis hin zum Fachpublikum, die Themen Energie, energieeffizientes Bauen und Nachhaltigkeit anschaulich näher gebracht. Über 2500 Besucher haben seit der Eröffnung des Gebäudes im Juni vergangenen Jahres diese Ausstellung besucht.

    Die Verbindung von kooperativer Forschung, Entwicklung, Demonstration und Information an einem Ort und die integrale Betrachtung von Gebäudethemen, angefangen von den Materialien über Komponenten bis hin zu den Systemen, soll dazu beitragen, schneller Innovationen aus der Forschung in die Praxis zu überführen und die notwendige Technologieakzeptanz zu fördern - letztlich mit dem Ziel eine höhere Energieeffizienzsteigerungsrate für den Gebäudebereich zu erzielen.

Newsletter Energiepreis 2014